Förderung der strukturellen Durchlässigkeit im Sozial- und Gesundheitssektor: Entwicklung, Erprobung und Evaluierung von ECTS-relevanten Schulungskonzepten

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Abschlusstagung des Verbundprojekts BEST WSG am 22./23. März 2017 in Bielefeld

Unter dem Titel „Bildung im entgrenzten Raum – Öffnung der Hochschulen. Mit Sinn und Verstand?“ wurde in Bielefeld am Abend des 22. März 2017 die Abschlusstagung des Projektes BEST WSG (Berufsintegrierte Studiengänge zur Weiterqualifizierung im Sozial und Gesundheitswesen) mit einem „Dinner Speech“ eröffnet. Neben den Projektkoordinatoren unseres Verbundpartners, der Fachhochschule der Diakonie (FHdD), zogen an diesem Abend die Vorstandsvorsitzende der v. Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel, der Beauftragte des Bundesarbeitsministeriums für die Pflegekommission und der Vertreter eines der wichtigsten Kooperationspartners in ihren Reden Bilanz und gaben gleichzeitig einen optimistischen Ausblick hinsichtlich Weiterführung der Themen des Verbundprojektes. In gemütlicher Atmosphäre tauschten sich die Teilnehmenden unter anderem über die Durchlässigkeit zwischen beruflicher und akademischer Bildung und die Kooperation zwischen Sozialunternehmen, beruflicher Weiterbildung und Hochschulen aus.

Diese Themen sowie die Akademisierung im Sozial- und Gesundheitswesen und die Öffnung der Hochschulen für heterogene Zielgruppen wurden im weiteren Verlauf der Tagung am 23. März im Rahmen von Präsentationen, beim Posterwalk, an den moderierten Tischgesprächen und in der Podiumsdiskussion vertieft und z. T. kontrovers diskutiert. Bezeichnend waren u. a. Fragen wie „Öffnung der Hochschule für Alle?“ und „Wie viel Akademisierung braucht es im Sozialen?“, die in den Vorträgen von Dr. Sigrun Nickel, CHE Centrum für Hochschulentwicklung, Gütersloh resp. von Dr. Birgit Hoppe vom Sozialpädagogischen Institut Berlin kritisch betrachtet wurden und weiterhin im Bildungsdiskurs bleiben werden.

Der Schwerpunkt der Tagung lag auf der Präsentation der gemeinsamen Ergebnisse der Verbundpartner der HdBA und der FHdD, welche im Rahmen der sechsjährigen Projektlaufzeit von BEST WSG erarbeitet wurden. Das Resümee zeigte, dass die Forschungs- und Projektergebnisse sowohl im Hochschulkontext als auch in der Praxis überwiegend positiv aufgenommen wurden und innovative Ideen sowie Konzepte nachhaltig verankert werden können. So wurden individuelle Anrechnungs- und Anerkennungsmethoden entwickelt, die den Zugang zum Studium erleichtern sowie neue Studiengänge konzipiert und akkreditiert. E-Learning-Angebote für die berufsbegleitend Studierenden sowie für die wissenschaftliche Weiterbildung im Sozial- und Gesundheitssektor wurden getestet und ausgebaut. Durch Begleitforschung wurden die Bedarfe besonderer Zielgruppe unter die Lupe genommen und in der Entwicklung neuer Studiengang- und Weiterbildung-Formate berücksichtigt.

Anerkennung für diese Forschungs- und Projektergebnisse kam u. a. aus dem NRW-Wissenschaftsministerium vertreten durch Ralf Thönnissen, Leiter der Hochschulabteilung, der vor allem die Umsetzung der „Hochschulöffnung für beruflich Qualifizierte“ lobte (s. auch http://www.offene-fh.de/.cms/293-1-184).

Die Antwort von Prof. Dr. Hilke Bertelsmann, Rektorin der FH der Diakonie auf die Abschlussfrage der Tagung „Was bleibt – Spielwiese oder erfolgreiche Schulentwicklung?“ war zuversichtlich: Es ist kein „oder“ sondern ein „und“, denn die „Spielwiese“, die das Forschungsprojekt ermöglicht hat, ist in handfeste Ergebnisse bzw. Bildungsprodukte gemündet, die auch nach Ende der Projektlaufzeit hinaus bestehen werden.

Georg Reschauer (Geschäftsführer der AHPGS Akkreditierungsagentur in Freiburg), Prof. Dr. Martin Sauer (Ehem. Rektor der FH der Diakonie), Dr. Sigrun Nickel (Leiterin Hochschulforschung beim CHE), Dr. Birgit Hoppe (Direktorin/Vorstand der Stiftung SPI Berlin), Prof. Dr. Ingeborg Schramm-Wölk (Präsidentin der Fachhochschule Bielefeld), Prof. Dr. Tim Hagemann (Prorektor und Projektleiter an der FH der Diakonie) (v.l.n.r.)

Foto: Lucia Mihali